Dienstag, 24. August 2010 - 11:43 Uhr
DIE STADT MACHT DICK

schreibt die Sonntagszeitung in Ihrer letzten Ausgabe. Stadtkinder seien fettleibiger als Gleichaltrige auf dem Lande. Als Parameter dient nach wie vor der BMI (Body Mass Index):

Körpergewicht in Kg : Grösse in m2

Leider berücksichtigt dieser Parameter nur das absolute Gewicht und nicht, ob es sich aus Fett oder Muskulatur zusammensetzt. Entsprechend weiss man auch nicht, ob man Muskulatur oder Fett verliert. Genau dort aber liegt der berühmte Jo-Jo-Hund begraben:

Verlieren wir Muskulatur statt Fett, werden wir ganz schnell wieder zunehmen, sobald wir die diätätischen Massnahmen beenden. Es geht also darum, dass wir unseren Körper so konditionieren, dass er fähig ist, Fett nicht anzusetzen, sondern als Energieträger zu nutzen. Meist haben wir dies verlernt und verbrennen nur noch Kohlenhydrate/Zucker.

Wie können wir unseren Körper sanft und ohne Schocktherapie rekonditionieren? Was müssen wir über ihn wissen? Was will er und was nicht? Wie motiviere ich mich? Dies erzähle anlässlich des Referates

KiloRevolution
Vom Zucker- zum Fettverbrenner

am Montag, 6. September 2010
um 18.00 Uhr am Hirschgässlein 30 bei ÄQUILIBRIS in Basel

Anmeldungen unter 061/225 92 55 oder info@aequirehab.ch

© Dr. med. Marco Caimi

P.S. Hören Sie heute ab 18.00 Uhr auch mein Interview zu diesem Thema auf Radio Basel mit Sandra Schiess auf www.aequilibris.ch, Rubrik „Interviews Radio Basel“.



Dienstag, 17. August 2010 - 07:36 Uhr
TIERISCH ODER PFLANZLICH?

In der Medizin halten sich unwahre Glaubenssätze erstaunlich lang. Einer davon ist, dass die angeblich ungesunden Fette, die Gesättigten, in tierischen Fetten vorkommen, die Gesunden, die einfach und mehrfach Ungesättigten, in Pflanzlichen.
Unter der Datenbank www.swissfir.ethz.ch lassen sich solche Zusammensetzungen feststellen. Was finden wir nach der Konsultation einer solchen Datenbank?

Einfach ungesättigte Fettsäuren kommen sowohl in tierischen wie pflanzlichen Fetten vor. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren kommen sowohl in pflanzlichen wie in tierischen Fetten vor. Gesättigte Fettsäuren kommen sowohl in pflanzlichen wie in tierischen Fetten vor.

Paolo Colombani, Leiter des „Swiss Food Information Resource“-Projekts an der ETH schreibt: „Die Gleichsetzung „Gesättigte Fettsäuren = Tierische Fette“ ist so richtig oder falsch wie die absolute Gleichsetzung Gas = Gift. Gas kann auch Sauerstoff sein, ohne den wir nicht leben können. Gas kann auch Stickstoff sein, der den grössten Teil unserer Atemluft ausmacht. Gas kann natürlich auch Giftgas sein, aber deshalb ist nicht jedes Gas Gift.“

Also: Nicht alle gesättigten Fette liegen ausschliesslich in tierischen Fetten vor. Es gibt sogar pflanzliche Nahrungsmittel mit vorwiegend gesättigten Fetten: Kakaobutter, Kokosfett, Palmfett. Umgekehrt liegt bei Enten-, Gänse-, Hähnchenfett und Schweineschmalz der Anteil der gesättigten Fettsäuren bei 40% oder gar darunter.

Immerhin: Man beginnt zu erkennen, dass Fett nicht nur schlechte, sondern auch gute Eigenschaften hat. Und das es sogar ein Leben neben den Kohlenhydraten gibt. Aller Anfang ist schwer.


© Dr. med. Marco Caimi

Hinweis:
Vortrag KiloRevolution ÄQUILIBRIS FRENKENDORF:
21.8.2010, 9.30 Uhr. Referent: Patrik Meier. 061/901 60 00

Vortrag KiloRevolution ÄQUILIBRIS BASEL
6.9.2010, 18.00 Uhr. Referent: Dr. med. Marco Caimi. 061/225 92 55

Samstag, 14. August 2010 - 10:18 Uhr
ETA-TRAGOL-BONBONS....

"Welche Freude! Endlich brauch ich nicht mehr meine unschöne Schlankheit zu verbergen! Bedenken Sie, wie auch Ihre Figur durch diese Gewichtszunahme verschönert wird und um wieviel Sie sich dadurch begehrenswerter machen. Durch die wohlschmeckenden Eta-Tragol-Bonbons, die nach der Mahlzeit genommen werden, lässt sich das Körpergewicht in einigen Wochen um 10-30 Pfund erhöhen. Die unschönen Knochenvorsprünge an Wangen und Schultern schwinden, die Büste vergrößert sich, Pfund für Pfund nehmen Sie zu (!), an allen Körperfeilen zeigt sich Fettansatz. Unbehagen und Unlust weichen, und nach ein paar Wochen hat das bisher schmächtige Aussehen einer vollen, ebenmäßigen Erscheinung Platz gemacht. Zugleich schaffen Sie aber auch, indem Sie die roten Blutkörperchen vermehren, Nervenkraft und Blut. Schachtel 2.50 RM (Reichsmark) gegen Nachnahme. Zu beziehen von der "Eta"-Chem.-Techn. Fabrik, Berlin-Pankow 184."

Zu finden in einem deutschen Gesundheitsmagazin der fünfziger Jahre! So ändern sich die Zeiten, den 60 Jahre später liegt die Problematik um 180 Grad verschoben. Alle (fast alle.....) wollen Fett abbauen. Die Diätindustrie ist längst ein Milliardengeschäft geworden mit hunderttausenden von Diätopfern und Wiederholungstätern. Alimentiert sie sich selber? Dies wäre eine böse Unterstellung....Auf jeden Fall berücksichtigt sie einfachste trainingsphysiologische und ernährungstechnische Massnahmen nicht.
Gewicht zu verlieren ist uninteressant und nicht wirklich sexy.

Es geht um die Reduktion des Körperfettanteils. Es geht um eine Revolution. Revolution kommt von revolvere = umdrehen, umkehren. Drehen Sie Ihren Stoffwechsel um: Vom Zucker- zum Fettverbrenner! Dies ist machbar und erst noch lustvoll! Wie dies geht, erzählen wir Ihnen am

Montag, 6. September 2010 um 18.00 am Hirschgässlein 30 bei ÄQUILIBRIS in Basel

anlässlich unseres Vortrages "KILOREVOLUTION". Referent ist Dr. med. Marco Caimi.

Dr. med. Marco Caimi

P.S. Die Platzzahl ist beschränkt. Anmeldungen unter info@aequirehab.ch oder 061/225 92 55 oder direkt an unseren Empfängen bei ÄQUILIBRIS in Basel!

Donnerstag, 12. August 2010 - 07:45 Uhr
WIEVIEL BEWEGUNG?

The Art of Movement 4

Dem indischen Arzt Sushruta aus dem 6. Jahrhundert vor Christus sind wir bereits vor kurzem begegnet. Sushrutas Überlieferungen bezüglich der täglichen Aktivitätsdosis für einen aktiven Stoffwechsel und ein gesundes Leben sind als sensationell, ja beinahe als unglaublich einzustufen, denn zu seiner Zeit war der Begriff und entsprechend die Möglichkeiten der und für eine Wissenschaft unbekannt ( der Begriff der Wissenschaft wurde erst gut 2000 Jahre später eingeführt). Nicht nur hat Sushruta erkannt, dass körperliche Aktivität zur Gesunderhaltung notwendig ist. Er hat auch präzis beschrieben, wie viel davon notwendig ist, sprich seine Empfehlungen über Intensität und Häufigkeit stimmen den heutigen fundierten und aktuellsten Studien überein.

So ist seinen Schriften zu entnehmen: "Der sein eigenes Wohl suchende Mensch soll jeden Tag (!) sich körperlich betätigen mit einer Intensität, die der Hälfte seiner Fähigkeiten entspricht (= Valárdha), denn anderenfalls könnte dies fatale Folgen haben." Valárdha wird dabei als Intensität umschrieben, während der es zu einer erhöhten Atmung kommt und nach der auf der Nase, in der Armbeuge, in der Kniekehle sowie auf der Stirn das Schwitzen einsetzt.

Bewegung für die Erhaltung der Gesundheit

Heute lauten die Empfehlungen 30 Minuten pro Tag oder zumindest an den meisten Tagen der Woche genau in dieser Intensität. Wie wissenschaftlich im 21. Jahrhundert diese Empfehlung ist, mag jede(r) für sich selbst beurteilen....Für das Krafttraining gibt es klare Regeln und für das Herz-Kreislauf-Training empfehlen wir zwingend den Laktat-Test. Vermeidet Unter- aber auch Überforderung!

Bewegung zur Vermeidung von Übergewicht

30 Minuten körperliche Aktivität mit moderater Intensität sind also bereits gesundheitswirksam. Oft reicht, aufgrund der Nahrungsmenge und des Nahrungsüberflusses (man hat sogar bereits den Fachbegriff obesogenic environement oder das fettsuchtfördernde Umfeld geprägt), diese Dauer nicht, um einen konstanten Anstieg des Körperfettes zu vermeiden. Dementsprechend lautet die zweite Aktivitätsempfehlung: Moderate Aktivität für 45-60 Minuten an den meisten Tagen der Woche. Viel? Es sei diskret darauf hingewiesen, dass jeder Schweizer und jede Schweizerin mehr als drei Stunden pro Tag in die Röhre kucken...

Nota bene: Von moderater Aktivität ist natürlich das Krafttraining ausgeschlossen. Das Wort moderat bezieht sich auf das Herz-Kreislauf-Training. Um den Muskel zu kräftigen, braucht es einen entsprechenden Widerstand. Der kann, um Wirkung zu zeigen, nicht moderat sein. Aber dies wissen ÄQUILIBRIS-Leser längstens.

Dr. med. Marco Caimi

Mittwoch, 11. August 2010 - 06:14 Uhr
BEWEGUNGSPILLE ?

The Art of Movement (3)

1962 hat James Neel als einer der Ersten auf die Inkompatibiltät unserer Erbanlagen mit unserer modernen Lebensweise hingewiesen. Das zentrale Übel unserer Zeit ist, nebst dem zunehmenden Missbrauch von Genussmitteln, nicht eine grundsätzlich falsche Ernährung, sondern der Mangel an körperlicher Aktivität. Die pharmazeutische Industrie hat dies auch erkannt und würde gerne eine Bewegungspille, eine "exercise pill", entwickeln. In Anbetracht der einerseits vielfältigen Wirkungen der körperlichen Aktivität auf den Stoffwechsel und den Bewegungsapparat und der generellen Bewegungsunlust vieler Zeitgenossen wäre eine solche Pille eine richtige Cashcow! Die Wahrscheinlichkeit allerdings, dass eine solche Pille je auf den Markt kommt, dürfte 0,0% betragen.

Aufgrund der erblichen Verankerung des haushälterischen, sparsamen Stoffwechsels können wir im Prinzip so weit gehen und behaupten, dass es schier unmöglich ist, ohne ausreichende körperliche Aktivität einen intakten, gesunden Stoffwechsel ein Leben lang aufrecht zu erhalten. Bewegt sich ein Mensch ungenügend, werden immer mehr Fettspeicher angelegt: Der Grundstein für viele Zivilisationskrankheiten. Unser Stoffwechsel ist schlicht nicht auf das Ausbleiben körperlicher Aktivität programmiert worden!

In den USA beispielsweise hat der Rückgang an körperlicher Aktivität bedrohliche Ausmasse angenommen. Die erste große Studie an 6600 Menschen wurde 2008 veröffentlicht. Diese Menschen trugen ein 40 Gramm schweres Messgerät auf sich, welches die Aktivität aufzeigte. 55% ihrer Wachzeit oder fast 8 Stunden pro Tag verbrachten sie sitzend. Genügend Aktivität hatten gerade mal 3%....!

Wieviel körperliche Aktivität braucht es dann? Dies und mehr im nächsten Blog!


Dr. med. Marco Caimi



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