Rückenschmerzen |
Rückenschmerzen sind in Industrienationen ein weit verbreitetes Leiden. 80% der Bevölkerung klagt mindestens einmal in ihrem Leben über erhebliche Rückenbeschwerden, die ärztliche oder therapeutische Hilfe nötig machen.
In den meisten Fällen stellen Rückenschmerzen gutartige Leiden dar. Viele Episoden verheilen innerhalb weniger Tage oder Wochen.
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Problem Chronifizierung |
Zehn Prozent aller Rückenschmerzen chronifizieren. Von Chronifizierung spricht man, wenn das Leiden länger als 3-6 Monate dauert oder regelmässig wiederkehrt.
Dass dabei nicht nur organische, also direkt durch den Rücken beziehungsweise die Wirbelsäule bedingte Gründe im Vordergrund stehen, ist wissenschaftlich längst erwiesen.
Trotzdem gehen zahlreiche therapeutische Ansätze immer noch von tendenzieller Schonung und dem primären Verbieten von Aktivitäten aus. Führt man den Gedanken konsequent zu Ende, geht es auch um Verbieten von Lebensqualität: Die wenigsten Rückenschmerzen bessern sich, nur weil man nicht zum Skifahren, Tennisspielen, Tanzen oder Joggen geht. Im Gegenteil:Was bedeutet es für den Rückenschmerzgeplagten, auf diese ihm wichtige Beschäftigung zu verzichten – und der Rücken schmerzt noch immer. Und immer mehr. Liegt mit der Zeit nicht der Gedanke nahe, dass, wenn er schon auf so vieles verzichtet und sich die Beschwerden nicht bessern, es letztlich nur am Arbeitsplatz und/oder an der Beziehung liegen kann? Von uns Ärzten bekommt er dies dann auch offiziell unter dem Label „psychosomatisch“ bestätigt...
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Fragwürdige Therapieansätze |
Durch zu lange passive oder noch schlimmer:pseudoaktive Therapien, wird die Ohnmacht des chronischen Rückenpatienten noch mehr verstärkt, sein Leiden wird in seiner gesamten Chronifizierung weiter zementiert. Der Patient wird damit auf andere therapeutische Verfahren, die wirklich der Widerherstellung der körperlichen Leistungsfähigkeit dienen würden (es gibt tatsächlich solche!), therapieresistent. Oft wird vornehmlich um des Therapierens Willen therapiert, ohne dass ein therapeutischer Effekt (mit Ausnahme der Therapieresistenz als unerwünschter Nebenwirkung) erzielt wird. Der Zugang zu effektiven Behandlungen wird mit jeder gescheiterten Alibi-Therapie schwieriger.
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Der Verlust des Körpergefühls |
Es muss deshalb oberstes Gebot sein, therapeutische Ansätze und Systeme zu finden, die den Patienten wieder Vertrauen in ihren Körper und insbesondere ihren Rücken zurückgeben. Viele Rückenpatienten haben durch die lange Schonung auf Rezept zudem jegliches Körpergefühl verloren. Zwischen Denken und Handeln klaffen riesige Lücken, zwischen Geist/Seele und Körper sind die Brücken abgebrochen. Geist und Seele sind aus der lästigen und dauerschmerzenden Körperhülle ausgestiegen, sie wird nur noch als letztes, in der Wahrnehmung unnötiges Mittel zum Zweck mitgeschleppt. Ein Leben südlich des Kehlkopfes: undenkbar!
Die physische und damit nicht selten körperliche Leistungsfähigkeit verschlechtert sich zunehmend oder anders formuliert:
Belastungen treffen auf Strukturen, die diesen Belastungen nicht gewachsen sind. Bis zu dem Punkt, an dem früher oder später auch Alltagsbelastungen nicht mehr toleriert werden. Man spricht vom Deconditioning-Syndrome.
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Medizinische Kräftigungstherapie (MKT) |
Die medizinische Kräftigungstherapie (MKT) in der therapeutischen Phase und das Krafttraining in der Erhaltungsphase sind ein erwiesenermassen erfolgsversprechender Ansatz zur Vermeidung des Deconditioning-Syndroms und anderer obenstehender Problematik.
Grossangelegte Studien konnten zeigen, dass über 80% der chronischen Rückenpatienten eine deutlich zu schwache Rückenmuskulatur, im Vergleich mit gesunden Kontrollpersonen gleichen Alters und Geschlechts, aufweisen.
Die geschwächte Rückenmuskulatur verursacht an der menschlichen Wirbelsäule ein Phänomen, welches die Hauptursache der meisten chronsichen Rückenschmerzen darstellt: die Instabilität der Wirbelsäule. Instabilität bedeutet, dass die einzelnen Elemente der Wirbelsäule untereinander zu wenig Halt haben. Die Folge davon ist, dass an den vielen kleinen Gelenken der Wirbelsäule durch diese Instabilität ein zusätzlicher Gelenkstress entsteht, welchem mittelfristig auch die Bandscheiben ausgesetzt sind. Blockaden in diesen Wirbel-, auch den beiden Kreuz-Darmbein-Gelenken, sind der verzweifelte Versuch, sich selbst zu stabilisieren, weil die Muskulatur es (nicht mehr) kann.
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Therapieplan und – ablauf bei Rückenpatienten |
An erster Stelle steht der Arzttermin. Wir sind nicht einfach eine Physio-Zuweisungspraxis, sondern tragen die ärztliche Verantwortung für die bei uns durchgeführten Massnahmen und verordnen die auch gerne selbst. Beim ersten Termin steht das ärztliche Gespräch sowie die Untersuchung im Vordergrund.
Ziel des Gespräches ist es, die Dauer, den Charakter, die Lokalisation und eventuelles Ausbreitungsgebiet, die Häufigkeit und die Intensität des Schmerzes zu erfragen. Ebenso die bisher bereits durchgeführten konservativen oder operativen Behandlungen, eingenommene Medikamente oder erhaltene Injektionen. Dankbar sind wir für neuere Untersuchungsberichte und/oder Röntgenbilder.
Daran schliesst sich eine gründliche Untersuchung des Bewegungsapparates mit Schwerpunkt Wirbelsäule an. Besteht der Verdacht auf eine Schwäche oder Unterfunktion der Rückenmuskulatur und erscheint der Gast dazu in der Lage, führen wir eine Funktionsdiagnostik für die Wirbelsäulenmuskulatur durch. Ergibt diese eine deutliche Schwäche und ist der Gast dazu motivierbar, ordnen wir eine medizinische Kräftigungstherapie an. Diese ist natürlich ambulant durchführbar und ihr Verlauf wird jederzeit von uns im Haus anwesenden Ärzten überwacht.
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Die medizinische Kräftigungstherapie |
Die medizinische Kräftigungstherapie im engeren Sinne
Die medizinische Kräftigungstherapie findet immer 1:1 therapeutisch betreut statt. Wir führen keine Gruppentherapien durch und es turnen auch nicht gleichzeitig mehrere Patienten an teilweise suspekten Geräten aus dem Mittelalter unter Aufsicht (oder auch nicht...) eines mehr oder weniger aufmerksamen Therapeuten. (Dies nennt man dann medizinische Trainingstherapie und gehört ins Land der Ineffizienz).
Wir arbeiten mit hochspezialisierten Therapeuten und mit einer diesen nicht minder nachstehenden Technologie: MedX. Nebst der Wirbelsäulenmuskulatur werden auch die Muskelgruppen gekräftigt, die eine Hilfsfunktion für die Rückenstabilität haben:
BauchBeckenMittlerer RückenSchulterblatt/-gürtelTeilweise Beine Bereits nach 6 Sitzungen findet eine ärztliche Zwischenkontrolle statt (bei Problemen natürlich jederzeit), in der der Gast erste Eindrücke schildert. Gelegentlich sind aufgrund seiner Äusserungen Modifikationen des Therapie-Programms nötig.
Nach 12 Sitzungen führen wir eine erneute Funktionsdiagnostik als Standortbestimmung durch. Arzt und Gast besprechen subjektive und therapeutische Eindrücke gemeinsam, ebenso das weitere Procedere:
Gäste, die keinerlei Wirkung aufgrund der Therapie verspüren (ca 12-15%) oder gar über eine momentane Verschlechterung klagen (ca. 5%), weisen wir zu anderen Spezialisten zu zusätzlichen Untersuchungen oder anderen Behandlungen weiter. Bis sie einen solchen Termin haben, führen wir die Schmerzbehandlung natürlich weiter.
Bei den über 80%, die positiv auf die medizinische Kräftigungstherapie ansprechen (schmerzfrei oder deutlich weniger häufig und/oder intensiv Beschwerden), empfehlen wir zur Erhaltung und weiteren Verbesserung des therapeutischen Resultates ein regelmässiges Krafttraining 1-2/Woche für 30-40 Minuten aufzunehmen. Dafür können wir individuelle Trainingsprogramme ausstellen.
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Nachkontrolle und Weiterbetreuung |
Wir empfehlen den Gästen, 6 Monate nach Abschluss der Therapie nochmals eine Funktionsdiagnostik durchzuführen. Dabei können wir feststellen, ob das Training auch effizient ist oder die Kraftkurve sich nach unten verschiebt und die Rückenmuskuklatur damit wieder schwächer wird, was ein Zeichen für ineffizientes und ungenügendes Training ist. Manchmal muss man Änderungen am Trainingsprogramm vornehmen, viel öfter aber ins Gewissen reden, weil zu wenig intensiv, zu wenig oft oder gar nicht trainiert wurde!
Selbstverständlich stehen wir erneute Beschwerden jederzeit zur Verfügung. Bei wieder zunehmenden Schmerzen also nicht 6 Monate auf die Zähne beissen...
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